| Abstinenz | Enthaltsamkeit oder Verzicht, Anlage 4 der FeV fordert Abstinenz bei Zweifel an der Eignung ein Fahrzeug zu führen. |
| Abstinenzbeleg | Offizieller Nachweis durch ein akkreditiertes Labor für die Einhaltung einer Abstinenzperiode, üblicherweise 12 Monate. |
| Akkreditierung | Formelle Anerkennung der technischen Kompetenz eines Labors zur Durchführung einer konkreten, im Geltungsbereich beschriebenen Dienstleistung durch eine unabhängige Stelle. Seit dem 1. Januar 2010 ist ausschließlich die Deutsche Akkreditierungsstelle GmbH DAkkS (www.dakks.de) für alle Akkreditierungen in Deutschland zuständig, die früheren Akkreditierungsstellen (DAP, DACH, DAtech, DKD...) sind darin aufgegangen. |
| Amphetamine | Amphetamine sind synthetisch hergestellte Substanz mit stimulierender Wirkung. Sie wird als Arzneistoff verwendet sowie auch als Rauschmittet konsumiert. Die bekanntesten Vertreter der Gruppe sind Amphetamin, Methamphetamin und Ecstasy (Methylendioxymethamphetamin). Der Handel und Besitz von Amphetaminen ohne Erlaubnis ist strafbar. |
| BAST | Bundesanstalt für Straßenwesen |
| Begutachtungsleitlinien | Die Begutachtungs-Leitlinien sind eine Zusammenstellung eignungsausschließender oder eignungseinschränkender körperlicher und/oder geistiger Mängel und sollen die Begutachtung der Kraftfahreignung im Einzelfall erleichtern. Sie dienen als Nachschlagewerk für Begutachtende, die Fahrerlaubnisbewerber oder –inhaber in Bezug auf ihre Kraftfahreignung beurteilen.
In der 6. Auflage im Jahr 2000 wurden die Begutachtungs-Leitlinien „Krankheit und Kraftverkehr“ (5. Auflage 1996) und das "Psychologische Gutachten Kraftfahreignung" von 1995 zusammengeführt.
Die Begutachtungsleitlinien werden von der BAST heraus-gegeben und können über den NW Verlag (www.nw-verlag.de) bezogen werden. |
| Bestimmungsgrenze | Die Bestimmungsgrenze ist die kleinste Konzentration eines Analyten, die quantitativ mit einer festgelegten Präzision bestimmt werden kann. Die Bestimmungsgrenze hat immer eine höhere Genauigkeit als die Nachweisgrenze. |
| Beurteilungskriterien | Sammlung von Methoden und Kriterien zur Begutachtung der Fahreignung. Sind seit 2006 verbindlich, letzte Fassung von 2009, eingeführt von der Deutschen Gesellschaft für Verkehrpsychologie e.V. (DGVP) und der Deutschen Gesellschaft für Verkehrsmedizin e.V. (DGVM) |
| Cannabis | Cannabis ist eine übergeordnete Bezeichnung für Hanf. Aus verschiedenen Hanfsorten der Gattung Cannabis können Rauschmittel gewonnen werden, die sich ebenfalls unter der Bezeichnung „Cannabis“ zusammenfassen lassen. Hauptwirkstoffe von Cannabis ist das sogenannte Δ9-Tetrahydrocannabinol (THC). Daneben gibt es eine Reihe weiterer Cannabinoide, die psychotrop wirksam sind. Cannabinoide beeinflussen das Zentralnervensystem des Menschen. Besonders häufig erzielen sie eine relaxierende, sedierende und antiemetische Wirkung, in höherer Dosierung wird auch von halluzinogenen Eigenschaften berichtet. |
| CDT | CDT: Carbohydrat-Defizientes Transferrin Die Struktur der Transferrine wird bei zunehmendem Alkoholkonsum in typischer Weise verändert. Es kommt überwiegend zu vermehrtem Verlust von gesamten Kohlenhydratseitenketten. Auch erfolgt durch übermäßigen und längerandauernden Alkoholgenuss eine Veränderung der verschiedenen Glycosyltransferasen, die eine weitere Veränderung der Kohlenhydratketten zur Folge haben. |
| Cut-off | Der Cut-off wir festgelegt (z.B. vom Gesetzgeber, von Fachgesellschaften oder einem Labor) und beschreibt, ab wann ein Testergebnis als positiv bzw. negativ zu bewerten ist. Der cut-off ist von der Nachweisgrenze eines Verfahrens zu unterschieden. |
| DAKKs | Deutsche Akkreditierungsstelle (www.dakks.de), übergeordnete Stelle in Deutschland, zuständig für alle Akkreditierungen in Deutschland, verantwortlich für forensische Labore ist die Abteilung Gesundheit/Forensik |
| Ecstasy | Auch XTC, Methylendioxymethamphetamin, Substanz aus der Amphetamingruppe |
| Eignung | Definiert in §11 Satz 1 FeV: „Bewerber um eine Fahrerlaubnis müssen die hierfür notwendigen körperlichen und geistigen Anforderungen erfüllen“ |
| EtG | Kurz für Ethylglucuronid |
| Ethylglucuronid | Ethylglucuronid ist es ein Abbauprodukt von Ethanols (Alkohol). EtG wird in geringen Mengen nach Alkoholgebrauch in der Leber gebildet und im Körper verteilt. Einmal in den Haaren, wird es nicht weiter abgebaut und kann so nachgewiesen werden. EtG entsteht durch Glucuronidierung von Ethanol. Das katalysierende Enzym ist die UDP-Glucuronosyl-Transferase. |
| FSEE | Kurz für Fettsäureethylester |
| Fahrerlaubnis | Die Fahrerlaubnis ist ein Dauer-Verwaltungsakt, das heißt die behördliche Erlaubnis zum Führen von Kraftfahrzeugen auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen. Sie ist an einen bestimmten Fahrzeugtyp – die Fahrzeugklasse – gebunden: Wer die Fahrerlaubnis für eine Klasse besitzt, hat das Recht, ein Kraftfahrzeug dieser Klasse zu führen. |
| Fahrerlaubnisverordnung | Die Fahrerlaubnisverordnung fasst alle Vorschriften rund um die Fahrerlaubnis in einer eigenen Verordnung zusammen. Wesentliche Punkte sind:
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| Fettsäureethylester | Fettsäureethylester (FSEE) sind Reaktionsprodukte des Ethanols (Alkohol) mit freien Fettsäuren (Triglyceriden, Lipoproteinen, Phospholipiden) und werden unter Mitwirkung verschiedener Enzyme in nahezu allen Körperregionen gebildet. Mehr als 20 Fettsäureethylester wurden bisher in den Haaren nachgewiesen, von Bedeutung für den Konsumnachweis sind jedoch nur 4 spezifische Verbindungen: Ethylmyristat, Ethylpalmitat, Ethylstearat und Ethyloleat. |
| FeV | Fahrerlaubnisverordnung |
| Führerschein | Der Führerschein ist eine amtliche Urkunde und belegt das Vorhandensein einer Erlaubnis zum Führen bestimmter Kraftfahrzeuge auf öffentliche Straßen. |
| GC/MS | GC/MS ist die Kopplung eines Gas-Chromatographen (GC) mit einem Massenspektrometer (MS). Dabei dient der Gaschromatograph zur Auftrennung des zu untersuchenden Stoffgemisches und das Massenspektrometer zur Identifizierung und gegebenenfalls auch Quantifizierung der einzelnen Komponenten. |
| GGT, GOT, GPT | Marker für exzessiven Alkoholkonsum, sind Konzentrationen bei langdauerndem Alkoholmissbrauch und Leberzellschäden erhöht.
GGT: Gamma-Glutamyltransferase GOT: Glutamat-Oxalacetat-Transaminase GPT: Glutamat-Pyruvat-Transaminase |
| GTFCh | Gesellschaft für Toxikologie und Forensische Chemie, www.gtfch.org |
| Haschisch | Die getrockneten und zerkleinerten harzhaltigen Blüten und kleinen Blätter der weiblichen Pflanze werden zu Haschisch weiterverarbeitet. |
| Interner Standard | Interne Standards sind Hilfsmittel bei quantitativen Analysen zur Erkennung von Fehlern während des Analyseverfahrens. Interne Standards sind Stoffe, die dem Analyten möglichst ähnlich sind, in der Analysenprobe jedoch nicht vorkommen. Ein interner Standard wird jeder Probe (und den Kalibrierlösungen) in einem möglichst frühen Stadium des Analyseverfahrens in definierter Menge hinzugefügt. Nach erfolgter Analyse wird das Ergebnis des internen Standards mit der erwarteten Menge verglichen (Bestimmung der Wiederfindungsrate). Hat der interne Standard durch das Verfahren seine Konzentration verändert, wird angenommen, dass sich die Konzentration des Analyten in gleicher Weise verändert hat. Das Ergebnis des Analyten kann mit der Wiederfindungsrate des internen Standards korrigiert werden |
| ISO 17025 | ISO/IEC 17025 definiert allgemeine Anforderungen an die Kompetenz von Prüf- und Kalibrierlaboratorien und die Grundsätze für das Qualitätsmanagement in Laboratorien. |
| Kontrolliertes Trinken | beschreibt Trinkverhalten, das es erlaubt zwischen Trinken und Fahren zuverlässig zu trennen, steht in der Mitte zwischen Abstinenz und exzessivem Konsum. |
| Marijuana | Die getrockneten und zerkleinerten harzhaltigen Blüten und kleinen Blätter der weiblichen Pflanze werden Marihuana genannt und werden unverändert konsumiert oder können zu den Produkten Haschisch oder Haschischöl weiterverarbeitet werden. |
| MDMA | Kurz für Methylendioxymethamphetamin, Ecstasy |
| Medizinisch-Psychologische Untersuchung | In der Medizinisch-Psychologische Untersuchung wird die Fahreignung des Antragstellers beurteilt. Die MPU gibt es seit 1954 in Deutschland. Sie stellt eine Prognose zur Verkehrsbewährung des Antragstellers und dient als Hilfe für Fahrerlaubnisbehörden zur Vorbereitung ihrer Entscheidung über die Entziehung und Neuerteilung der Fahrerlaubnis. Zielsetzung ist eine offene Auseinandersetzung mit den Ursachen eines Verhaltens und die Herbeiführung einer stabilen Änderung in Einstellung und Verhalten. |
| Metabolit | Abbauprodukt |
| MPU | Kurz für Medizinisch-Psychologisch Untersuchung |
| Nachweisgrenze | Die Nachweisgrenze bezeichnet die minimale Konzentration bis zu der eine Substanz gerade noch zuverlässig nachgewiesen werden kann. |
| Neuroleptika | Als Neuroleptikum (etwa „Nervendämpfungsmittel“) wird ein Medikament bezeichnet, das eine antipsychotische, sedierende und psychomotorische Wirkung besitzt und vor allem zur Behandlung von Psychosen eingesetzt wird. Der Einsatz von neuroleptischen Medikamenten ist heute üblicher Standard bei der Behandlung von akuten Psychosen. Bekannte Vertreter sind Chlorpromazin, Fluphenazin, Levomepromazin, Prothipendyl, Perazin, Promazin, Thioridazin , Triflupromazin, Chlorprothixen, Flupentixol, Promethazin, Risperidon oder Sulpiridin. |
| Opiate | Als Opiate bezeichnet man bestimmte Alkaloide im Opium. Es sind diejenigen natürlichen Substanzen, die im Opium vorkommen und die eine schmerzstillende Wirkung haben. Die wichtigsten Stoffe sind Morphin, Codein und Thebain, dabei ist Morphin ist das älteste und relevanteste Opiat. Auch die Missbrauchsdroge Heroin (Diacetylmorphin), das wegen seines großen Abhängigkeitspotentials in Deutschland verboten ist, zählt zu den Opiaten. |
| Opioide | Als Opioid werden alle Stoffe bezeichnet, die morphinartige Eigenschaften aufweisen und an Opioidrezeptoren wirksam sind. In den letzten Jahren haben verstärkt synthetische Opioide (z.B. Oxycodon, Hydromorphon, Fentanyl) in der Schmerzmedizin an Bedeutung gewonnen. |
| Ringversuch | Ein Ringversuch ist eine Methode der externen Qualitätssicherung für Messverfahren und Mess- und Prüflaboratorien. Grundsätzlich werden identische Proben mit identischen oder unterschiedlichen Verfahren untersucht. Der Vergleich der Ergebnisse erlaubt es, Aussagen über die Messgenauigkeit generell bzw. über die Messqualität der beteiligten Institute zu machen. Ringversuche werden zudem zur Validierung von Vorschriften für Messverfahren verwendet. So müssen akkreditierte Prüflaboratorien gemäß der Norm DIN EN ISO/IEC 17025 oder im Rahmen staatlicher Zulassungsverfahren regelmäßig an Ringversuchen teilnehmen, um die Qualität ihrer Ergebnisse zu sichern und zu beweisen. |
| Screening | Ein Screening ist ein systematisches Testverfahren, das eingesetzt wird, um innerhalb einer großen Anzahl von Proben diejenigen mit den gesuchten Eigenschaften zu suchen. Ein Screening ist somit ein auf bestimmte Kriterien ausgerichteter orientierender Suchtest. Screening Verfahren besitzen eine hohe Empfindlichkeit, sind aber nicht beweisskräftig und müssen durch eine zweites, unabhängiges Verfahren bestätigt werden. |
| Segment | Abschnitt eines Haares, durch segmentweise Untersuchung einer Haarprobe lassen sich Rückschlüsse auf den Zeitpunkt eines Substanzkonsums ziehen oder ein zeitliches Konsumprofil erstellen |
| SOHT | Society for Hair Testing, Internationale Fachgesellschaft für Haaranalytik, www.soht.org |
| Sperrfrist | Wird der Führerschein vor Gericht wegen begangener Delikte entzogen, so legt der Richter in der Regel auch eine Sperrfrist fest, vor deren Ablauf die Fahrerlaubnis nicht wiedererteilt werden darf. Die Sperrfrist kann zwischen 3 Monaten und lebenslanger Dauer variieren. Drei Monate vor Ablauf der Sperrfrist können Sie eine neue Fahrerlaubnis beantragen. Benötigen Sie für die Wiedererteilung der Fahrerlaubnis ein Medizinisch-Psychologisches Gutachten, so kann die MPU frühestens vier Wochen vor Ablauf der Sperrfrist durchgeführt werden. |
| Spice | Spice ist die Bezeichnung für eine Droge, die aus synthetischen Cannabinoiden sowie verschiedenen getrockneten Pflanzenteilen besteht. Die berauschende Wirkung beruht auf verschiedenen synthetischen cannabinoid-mimetischen Wirkstoffen (CP-47,497, JWH-018, HU-210[1]), die den getrockneten Pflanzenteilen zugesetzt sind. Der Handel und der Besitz von Spice sind in Deutschland verboten. |
| StVG | Straßenverkehrsgesetz |
| Tricyklische Antidepressiva | Trizyklische Antidepressiva sind Psychopharmaka mit Wirkung auf depressive Erkrankungen (Antidepressiva). Sie zeichnen sich durch eine stark stimmungsaufhellende Wirkung aus und zählen zu den schon am längsten angewandten Präparaten zur Behandlung von Depressionen. Ihr Name ist geprägt durch ein charakteristisches chemisches Strukturfragment, welches aus drei benachbarten Ringen besteht. Bekannte Vertreter sind unter anderem Amitriptylin, Butriptylin, Cianopramin, Clomipramin, Desipramin, Doxepin, Imipramin, Iprindol, Melitracen, Nortriptylin, Opipramol, Protriptylin, Trimipramin. |
| Zertifizierung | Verfahren, in dem eine unabhängige Partei bestätigt, dass ein Erzeugnis, ein Verfahren, oder eine Dienstleistung nach vorgeschriebenen Anforderungen erstellt oder hergestellt wird. Die heute bekannteste Form der Zertifizierung ist diejenige von Qualitätsmanagementsystemen nach der Norm ISO 9001 und folgende oder hier wesentlicher die Norm 17025 für Laboratorien. |


